Husumer Nachrichten vom 20. Juli 2012

Tipps und Tricks vom "Flankengott"
14 Nachwuchskicker nahmen am Fußball-Camp mit dem legendären Rüdiger Abramczik in St. Peter-Ording teil


St. Peter-Ording. Sie geben sich auch beim diesjährigen Fußballcamp in St. Peter-Ording die Klinke in die Hand, Ex-Spieler der deutschen Nationalmannschaft. Nur eines wollen sie: Die Talente der jungen Nachwuchskicker fördern und ihnen das Rüstzeug für eine vielleicht großartige Karriere im Sport mitgeben. Einer dieser Lehrmeister ist Rüdiger Abramczik, in seiner aktiven Zeit gefürchteter Schalker "Rechts-Außen-Sturmjäger".

Locker beginnt der 56-Jährige das Einstiegs-Training auf dem TSV-Sportplatz. Aber sehr schnell zieht er die Gangart an. Rüdiger Abramczik fordert und fördert seine SchützlingeNach dem Motto "Hart, aber herzlich" schafft er es, den 13 Jungen und einem Mädchen alle Kraftreserven zu entlocken. Sie kommen aus Deutschland und sogar Südamerika und sind zwischen acht und 16 Jahren alt. Klar und deutlich sind die Anweisungen des gebürtigen Gelsenkircheners. "Weiter, weiter" - "Das schaffst du" - "Nicht einschlafen" - sind einige von vielen Zurufen, als die jungen Leute den von ihm aufgebauten Parcours durchlaufen. Der unverwechselbare "Ruhrpott-Slang" des Profi-Coaches gibt den Anweisungen einen gewissen Charme. "Ball-, Ausdauer- und Krafttraining sind sehr wichtig", erläutert Abramczik. Oft huscht ein Lächeln der Zufriedenheit über sein Gesicht. Ganz genau merkt er, wem er noch mehr abverlangen kann und wer gerade an seine Grenzen kommt. Verschnaufpausen für den einen oder anderen ordnet er an, lobt, kritisiert oder tröstet, wenn jemand nicht mehr kann.

Motiviert und mit sichtlich Spaß am Fußballsport sind die Nachwuchs-Kicker dabei. Sie lassen sich nicht unterkriegen, wenn einmal etwas nicht so läuft. Der 13-jährige Sebastian Brans aus Buenos Aires ist begeistert. "Ich will ganz viel lernen", sagt er in lupenreinem Deutsch. In seiner Heimat spiele er aktiv in einem Verein und könne sich vorstellen, einmal Fußball-Profi zu werden. Sein Vater, der beruflich oft in Deutschland unterwegs ist, habe ihn selbst nach St. Peter-Ording gebracht und werde ihn auch wieder abholen.

Nicht weniger Power hat der St. Peteraner Co-Trainer Norbert Gotthardt. Er unterstützt, damit auch in kleineren Gruppen trainiert werden kann. Auch diesmal liegt das Fußballcamp-Ereignis in den organisatorischen Händen von Herbert Krohn. Unterstützt wird er von Helfern aus dem Verein. "Ich liebe die Arbeit mit jungen Menschen. Das hält mich jung", sagt er.

Schon viele Ex-Nationalspieler-Legenden waren bei ihm zu Gast. Große Fußballer, wie Rudolf Kargus, Karsten Bäron und Lothar Emmerich, waren da, viele sogar öfter. Mit den meisten verbindet Krohn eine Freundschaft. "Ich bin stolz darauf, solche Spieler hier zu haben", sagt er. Doch ohne sein Team und alle ehrenamtlichen Helfer, die Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording und die TSVler sei das alles nicht möglich. Nicht selbstverständlich sei, dass der Nordsee-Campus für die Unterbringung und die gemeinsamen Essen in der Kantine genutzt werden könne. Die Jugendlichen würden nicht nur viel in Sachen Fußball lernen, sondern auch über soziales Verhalten. Das Gemeinschaftsgefühl werde gestärkt, Disziplin geübt. Sport forme fürs Leben, so Krohn, denn es gelte, Regeln zu beachten und Niederlagen zu verkraften. Spiel und Spaß werde als Ausgleich nicht vergessen. Höhepunkt sei jedesmal der Grillabend, an dem die Teilnehmer auch eine Urkunde erhalten.

Noch bis zum 18. August ist das Camp geöffnet. Die Profis Michael Schulz (Borussia Dortmund), Bora Djordjevic (HSV) und Matthias Herget (Schalke 04) werden den Ton angeben. Plätze sind für die jeweils wöchentlichen Trainingseinheiten noch frei.

 

Husumer Nachrichten vom 18. Juli 2011

"Herbi" Krohn: Fußball ist sein Lebenselexier
Herbert Krohn holte schon viele Profis in den Norden / 33 Spieler beim Camp mit Klaus Fischer

Lockeres Training auf dem Sportplatz des TSV St. Peter-Ording. "Achtet auf Klaus Fischer mit "Herbi" KrohnBallführung,nicht locker lassen, dranbleiben, schneller", ruft der legendäre ehemalige Schalke-Torjäger Klaus Fischer den Jugendlichen zu. Kritisch nimmt er jeden unter die Lupe. Ihm entgeht nichts. Wenn nötig rügt er, wenn etwas gut gelungen ist, lobt er. Dabei kann er sein zufriedenes Lächeln nicht verbergen. "Ich bin begeistert. Die Jungen und Mädchen sind sehr engagiert", sagt er. Der durch seine Fallrückzieher populär gewordene Ausnahme-Fußballspieler ist zu Gast im Fußball-Camp St. Peter-Ording. Er zeigt, den effektiven Umgang mit dem Ball. Während der Profi die Größeren trainiert, nimmt sich der St. Peteraner Norbert Gotthardt den Jüngeren an.
    33 Teilnehmer aus Deutschland, Europa, Südamerika und Asien im Alter zwischen acht und 16 Jahren, davon zwei Mädchen, sind dabei. Auch diesmal liegt das Fußballcamp-Ereignis in den bewährten organisatorischen Händen von Herbert - genannt "Herbi" - Krohn. Co-Trainer Norbert Gotthardt und vier Helfer unterstützen ihn. Seit 18 Jahren ist er dabei - und das mit viel Herzblut. Schon viele Ex-Nationalspieler waren im Nordsee-Heilbad zu Gast. Viele der Teilnehmer würden sie gar nicht kennen, doch die Eltern würden ihnen das in der Regel "verklickern". So wisse jeder, dass sie mit echten Profis zusammarbeiten. Große Fußballer wie Rudolf Kargus (HSV), Uwe Reinders (SV Werder Bremen), Karsten Bäron (HSV), Matthias Herget, Rüdiger Abramczik (beide Schalke 04) oder Lothar Emmerich, Bora Djordjevic und Michael Schulz (Borussia Dortmund) waren schon da. Mit den meisten verbindet Krohn eine Freundschaft. "Ich bin stolz darauf, solche Spieler hier zu haben, aber auch auf mein ganzes Team. Ohne die Unterstützung durch meinen Co-Trainer, die freiwilligen Helfer, Kurverwaltung und die TSVer könnte ich das alles nicht wuppen", erklärt Krohn. Nicht selbstverständlich sei für ihn, dass der Nordsee-Campus für die Unterbringung der jungen Fußballer und die gemeinsamen Essen in der Kantine genutzt werden könne. Die Arbeit mit den Kids und Jugendlichen sei für ihn Lebenselexier. Sie würden in den jeweils einwöchigen Trainingseinheiten nicht nur eine Menge in Sachen Fußball lernen, sondern auch über soziales Verhalten. Dabei seien sie hoch motiviert. Das Gemeinschaftsgefühl werde gestärkt, Disziplin geübt, Spiel und Spaß hätten sie außerdem bei gemeinsamen Ausflügen in die nähere Umgebung. Training mit Klaus FischerHöhepunkt sei jedesmal der Grillabend, an dem die Teilnehmer dann aus der Hand des Coaches eine Urkunde erhielten. Fußball bedeute nicht nur, klasse Leistungen an den Tag zu legen, sondern, so Krohn, sei mehr. Der Sport forme für das Leben. Er lehre Regeln beachten, Teamgeist und auch Niederlagen besser zu verkraften.
    Oskar Schmedelbach (14) aus dem fernen Kolumbien ist hoch motiviert und legt sich ins Zeug bei den täglichen intensiven Trainingseinheiten, zehn in der Woche insgesamt. "Ich möchte Profi-Fußballer werden", sagt er selbstbewusst. Da käme das Camp für ihn wie gerufen. Auch die beiden Mädchen fühlen sich in der sportlichen Truppe pudelwohl. "Ich bin sicherer geworden, kann den Ball länger in meinem Besitz halten und spiele besser im Team als vorher", sagt Aylin (16).

Husumer Nachrichten von 2008

Weltklasse-Keeper im Einsatz
Ehemaliger National-Torwart in der Sommercamp-Fußballschule

St. Peter-Ording/jek – Sie sind acht bis 16 Jahre alt, es sind Jungen und Mädchen, und sie haben eines gemeinsam: Ihre Lieben zum Fußball. Immer im Sommer lädt die Fußball-Ferienschule in St. Peter-Ording Kinder und Jugendliche aus aller Welt zu einer intensiven Trainingswoche ein. Herbert Krohn leitet die vom DFB unterstützte Veranstaltung, die im Nordsee-Campus stattfindet. Das Besondere ist, dass Krohn in jedem Jahr eine Reihe von
Ex-Profis mit großem Namen und viel Erfahrung in das Kurbad holt, um die Kinder zu trainieren.
    Diesmal hatte der ehemalige Ausnahmetorwart Rudolf Kargus zugesagt. Der erfahrene Jugendtrainer kommt immer wieder gern in das Camp. Ihm gefällt die gelungene Mischung aus Ehrgeiz, Leistungswillen und Ferienspaß, für die Leiter „Herbi“ Krohn bei den Teilnehmern sorgt. Bewusst ist jeweils der Mittwoch für Ausflüge freigehalten. Eine Woche lang zeigte Kargus den Kindern den Umgang mit dem Ball, forderte sie heraus und ermutigte sie.
    Für Krohn ist das eine große Auszeichnung, denn eigentlich hat Kargus mit dem Fußball beruflich längst abgeschlossen. „Natürlich kann ein zehnjähriger nicht mehr wissen, wer Rudi Kargus ist“, räumt Krohn ein. „Aber die Kinder gucken schon hoch, wenn ich ihnen dazu etwas erzähle.“ Denn der 55-jährige Rudolf Kargus war von 1975 bis 1978 deutscher Nationalspieler. Das macht Eindruck und schlägt sich im Übungseifer nieder.

Dem Leiter Herbert Krohn ist auch der soziale Aspekt sehr wichtig. Mannschaftsgeist und Disziplin sind für Krohn wichtige Eckpunkte. „Wir machen miteinander auch viel Blödsinn, aber zum Beispiel beim gemeinsamen Essen sind bestimmte Regeln einfach einzuhalten.“Das Einzugsgebiet des Sommercamps ist weiträumig. Neben Nachwuchskickern aus ganz Deutschland kommen etliche Spieler von sehr viel weiter her. Dieses Jahr kam Fußballnachwuchs aus Kanada, aus Venezuela und sogar aus Shanghai. Sie erlebten Fußball, sie erleben eine große und positive Gemeinschaft und sie erleben die Nordsee und den weiten Sandstrand.
    Wie prägend das erlebnis Fußball-Camp sein kann, beweist Jens Welpmann. Achtmal war er als Teilnehmer dabei. Jetzt kehrt er regelmäßig zurück: als Sportstudent und Cotrainer.

Der Elfmeter-Killer Rudi Kargus
Rudolf "Rudi" Kargus, zwischen 1971 und 1987 insgesamt 408 Bundesligaspiele (HSV, Nürnberg, Karlsruhe, Düsseldorf), 1979 mit dem HSV Deutscher Meister, 1976 Pokalsieger, 1977 Europapokalsieger, drei Länderspiele, hält noch bis heute mit 24 gehaltenen Strafstößen den Bundesligarekord als Elfmetertöter. Kargus hatte anschließend einigen Erfolg als Jugendtrainer. Heute profiliert er sich als Maler ausdrucksstarker Bilder, die überwiegend nichts mit Fußball zu tun haben. Er zeigt sie auf viel beachteten Ausstellungen und im Internet unter www.rudi-kargus.de